Langzeit-Workflow

Dies ist ein spezieller Workflow, um Langzeit- und Baustellen-Zeitraffer zu bearbeiten, die viele Änderungen in Helligkeit, Kontrast und Weißabgleich aufweisen. Er bietet ausgeklügelte Filter für Helligkeit (Luminanz), Kontrast und Farbtemperatur (Hue), die Dir ermöglichen, nach all diesen Kriterien zu filtern, um am Ende eine möglichst glatte Sequenz zu erhalten.

Schau Dir unbedingt auch mein Video-Tutorial über den Langzeit-Workflow an!

https://vimeo.com/video/255621496

 

2015-05-04 11_26_52-Long-Term0

Die größte Herausforderung bei der Aufnahme von Zeitraffern über Wochen und Monate hinweg ist, dass man mit sehr wechselhaften Licht-Situationen umgehen muss. Durch die recht langen Intervalle die schnelle Abfolge der Tage im fertigen Zeitraffer, sind die Ergebnisse oft nicht zufriedenstellend, wenn Du keinen intelligenten Weg findest, die Sequenz entsprechend zu filtern.

Der Ansatz, den LRTimelapse anwendet, besteht in erster Linie darin, intelligente Filter auf diese Sequenzen mit mehreren Tausend Bildern anzuwenden und nur diejenigen Bilder zu behalten, die einen kosistenten Look haben. Nach dem Filtern kann und sollte zusätzlich Deflicker und Motion Blur Plus verwendet werden, um die Sequenz weiter zu glätten. Das Ergebnis ist eine recht glatte Sequenz, die den Betrachter dazu bringt, sich auf das Motiv zu konzentrieren, ohne zu sehr von den Veränderungen in der Belichtung und Beleuchtung abgelenkt zu sein.

Und so funktioniert es.

  1. Laden der Sequenz
    2015-05-04 11_26_52-Long-Term1

    Viele Helligkeitsänderungen durch lange Intervalle und die mehrere Monate umfassende Aufnahme

    Durch die langen Intervalle und Lichtwechsel erhält man eine mehr oder weniger holprige blaue Luminanzkurve.

  2. Wechsele zum Langzeit-Workflow
  3. Klicke auf Filter
    Du erhältst zwei zusätzliche Kurven: Eine für den Kontrast der Bilder und eine für die Farbtemperatur (hue).

    2015-05-04 11_26_52-Long-Term2

    Auch die zusätzlichen Kurven für Kontrast (orange) und Farbton (rosa) sind vor dem Filtern sehr unruhig.

  4. Wähle Deine Filtereinstellungen aus. Die “Low” und “High” Schieberegler werden gespiegelt. Wann man z.B. den linken Schieberegler des Kontrastes nach rechts zieht, bewegt sich der rechte Schieber nach links. Man kann sich das so vorstellen, dass dies die Bandbreite für diesen Parameter (in diesem Beispiel den Kontrast) verengt. Je näher die beiden Schieber zueinander kommen, je enger die Bandbreite, desto näher rücken die Werte an die Ideallinie, die gehalten werden soll – das sieht man dann in den Kurven. Die dunklere Kurve ist die Ideallinie, die man über den Glätterungsschieber setzt, die hellere Kurve ist die eigentliche Linie der Restbilder.
    1. Entscheide selbst, ob Du möchtest, dass die Referenzkurven einem Trend folgen oder konstant sind. Für sehr lange Zeitraffer würde ich empfehlen, die Filter auf “konstant” zu setzen, aber Du kannst natürlich auch den Trend den Glätterungsreglern festlegen.
    2. Starte nun mit dem eigentlichen Filtern, indem Du die “Low” Schieberegler nach rechts ziehst. Die +/- Knöpfe können hilfreich sein, wenn Du eine große Sequenz bearbeitest und das Filtern entsprechend länger dauert. Du kann die Umschalt (Shift) oder Strg Taste halten, um größere Schritte zu machen. Am besten gehst Du von oben nach unten durch die Schieberegler. Bei langen Sequenzen kann es sinnvoll sein, den Filter zwischendurch anwenden zu lassen.
    3. Du kannst die gefilterte Vorschau jederzeit abspielen, es werden nur die nicht gefilterten Restbilder abgespielt. Du kannst Deine Filtereinstellungen ändern, bis Du zufrieden bist.
    4. Beobachte die Kurven beim Filtern, versuche vor allem, Bilder mit extremen Ausschlägen herauszufiltern. Beachte auch die Anzahl der Restbilder unten rechts.

    2015-05-04 11_26_52-Long-Term3

    Nach dem Filtern zeigen die Kurven aus den übriggebliebenen Bildern eine deutlich geringere Bandbreite. Die Sequenz ist nun fertig für die abschließende Bearbeitung und das Deflickern.

  5. Klicke auf Filtern, dadurch werden die herausgefilterten Bilder nach einem Bestätigungsdialog in einen neuen Ordner mit dem Suffix “_ REMOVED” verschoben. So kannst Du jederzeit von vorne anfangen, indem Sie Du die entfernten Bilder einfach wieder in den ursprünglichen Ordner verschiebst.
  6. Klicke erneut auf “Filtern”, um die Filterpalette zu schließen. Jetzt hast Du einen Ordner mit Restbildern, den Du nun genau so weiterbearbeiten kannst, wie es in der Visual Workflow-Beschreibung erklärt wird. Du kannst Keyframes definieren, Übergänge berechnen, Visuelle Vorschauen erstellen und das visuelle Deflicker anwenden. Am Ende empfehle ich das Video mit Motion Blur Plus auszugeben.

Weitere Erläuterungen:

  • “Konstant” macht die Referenzkurve konstant und eben nicht einem Trend folgend. Für sehr lange Zeitraffer kann es sinnvoll sein, eine konstante Referenz zu haben, in diesem Fall klicke einfach au “konstant”.
  • Wenn “Konstant” gewählt ist, wird ein weiterer Schieberegler eingeblendet, mit dem Du die konstante Referenz nach oben und unten verschieben kannst.
  • Das “Unendlich”-Symbol verbindet den “Low” und “High” Schieberegler. Wenn Du es deaktivierst, kannst Du “Low” und “High” individuell einstellen. Normalerweise lässt man diese Schieberegler verbunden.

Das Rendering, also die Ausgabe des Videos, wird in der Export-und Renderanleitung erklärt.

Comments are closed.